Ich will Weihnachten

Interessantes und Besinnliches rund um die Weihnachtszeit

Darum gehört das Beschenken zu Weihnachten

Viele Menschen beschweren sich ja zu Recht über die Kommerzialisierung von Weihnachten. Wie ich in einem anderen Blogartikel schon berichtete, setzt allein der deutsche Handel jedes Jahr 100 Milliarden Euro nur im Weihnachtsgeschäft um. Das ist ziemlich unbesinnlich, oder? Natürlich möchte man jedem eine Freude machen, aber oft gehört auch ein gewisser Erwartungsdruck dazu. Es muss was großes sein. Es muss meistens auch was teures sein. Man muss für jeden was haben. Es muss was besonderes sein. Unter den Voraussetzungen macht das Schenken nur noch herzlich wenig Spaß. Da fragt man dann nicht ganz zu Unrecht: Muss das Beschenken überhaupt sein? Ist es überhaupt ein traditioneller Bestandteil von Weihnachten?

Was die Tradition angeht, sage ich mal: Jain. Das Beschenken gehört schon irgendwie zum Fest. Die meisten Länder schenken allerdings nichts an Weihnachten, sondern am Nikolaus- oder Dreikönigstag. Das wiederum ist schon seit Jahrhunderten so Tradition und hat damit zu tun, dass Nikolaus und die Heiligen Drei Könige der Legende nach eben Geschenke bringen. Jesus aber nicht. Also ist das Beschenken an Weihnachten keine Tradition? Doch. Denn seit immerhin gut 150 Jahren gehört es in den meisten europäischen Ländern dazu, sich an Weihnachten etwas zu schenken. Bei so viel Zeit kann man hier wohl ruhig auch schon von einer Tradition sprechen. Übrigens schenken die Menschen sich selbst in Japan etwas zu Weihnachten. Allerdings hat unser Fest dort eher den Status eines Valentinstages. Dementsprechend werden auch eher Liebesgeschenke gemacht.

Aber zurück zum Beschenken und der Frage: Muss das sein? Ich finde, ja. Zum Einen sind Traditionen etwas, dem man nur schwer entgehen kann. Und ich bin generell auch der Typ Mensch, der Traditionen mag und pflegt. Gerade bei Kindern kommt auch noch hinzu, dass man sie ohne Weihnachtsgeschenke schnell in eine Außenseiterrolle drängt. Die „Gier“ nach Besitz mal außen vor: Wenn die ganze Schulklasse oder Kindergartengruppe Weihnachten feiert und Geschenke bekommt, nur das eigene Kind nicht, dann hat man hier jemandem ganz schnell die Kindheit versaut. Es gehört also nicht nur dazu, den Besitz durch das Beschenken zu mehren. Es gehört auch deshalb dazu, weil es uns Teil der Gemeinschaft sein lässt. Und das ist gerade für Kinder wichtig, die oft noch nicht selbstsicher genug sind, um sich ihren Platz in der Gesellschaft selber zu suchen. So wichtig es finde, Kinder zu beschenken (und so gern ich selber Geschenke kriege) – bei Erwachsenen muss das nicht immer sein. Ich schrieb ja schon: Ich bekomme selber gern etwas und ich schenke auch gerne. Wenn man von Anfang an vereinbart, dass nichts geschenkt wird, finde ich das aber auch okay. Wichtig ist in meinen Augen vor allem, dass man zusammen kommt, die Zeit miteinander genießt, zusammen isst. Selbst gemeinsam einen Film an Weihnachten gucken gehört für mich dazu und hat irgendwo einen höheren Stellenwert als Geschenke.

Das Beschenken bei Erwachsenen ist also eine reine Frage der Absprache. Und wie macht man das bei Kindern? Weihnachten ist für mich geschenkemäßig schon der teurere Tag im Jahr. An Ostern schenke ich nichts; und Geburtstag und Nikolaus sind für mich zwar auch wichtig, aber das höchste Fest ist eben Weihnachten. Deshalb finde ich es gerade bei Kindern gut, wenn man größere Anschaffungen mit dem Weihnachtsfest verbindet. Braucht das Kind ein Fahrrad, ein Handy (muss ja heutzutage sein), hätte es gern eine kostspieligere Uhr – das sind alles gute Geschenke für Weihnachten, wenn es zeitlich passt. Dennoch glaubt bitte nicht, dass Weihnachten für mich auch ein Fest ist, an dem man viel Geld ausgeben muss. Ich finde es muss nicht immer die Playstation sein, nicht der eigene Fernseher oder das erste Auto. Wenn das Kind daran Freude hat, dann ist auch ein Stofftier, die Kiste Legosteine oder ein tolles Buch das perfekte Weihnachtsgeschenk. Deshalb ist es für mich wichtig, dem Kind das auch zu kommunizieren:

An Weihnachten geht es zwar auch darum, sich durchs Beschenken eine Freude zu machen. Das sollte aber eher durch persönlich passende Geschenke passieren und nicht durch das Teuerste, was das Spielzeuggeschäft hergibt.

Noch keine Kommentare.

Kommentar hinterlassen

*wird nicht angezeigt

XHTML erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Ich will Weihnachten läuft unter Wordpress 4.9.1
Anpassung und Design: Gabis Wordpress-Templates