Ich will Weihnachten

Interessantes und Besinnliches rund um die Weihnachtszeit

Der Messias

Weihnachten, oder eher die Geburt Christi, hatte bei den Menschen ursprünglich nicht dieselbe Bedeutung, wie bei uns. Es ging nicht einfach darum, die Geburt irgendeines Menschen zu feiern und sich dabei zu beschenken. Es ging um die Geburt des Messias, der die ganze Welt verändern sollte. Den Begriff hat sicher jeder von uns schon einmal gehört. Aber was genau verbirgt sich dahinter? Warum war seine Ankunft so wichtig? Und warum sollte ausgerechnet Jesus von Nazareth der Messias sein?

Befassen wir uns doch erst einmal mit der Wortherkunft. Die ist passenderweise nämlich nicht so klar. In entsprechend abgewandelter Form begegnet uns der Begriff „Messias“ unter anderem im Hebräischen, im Aramäischen (das ist die Sprache, die Jesus sprach) und im Altgriechischen. Sie alle bedeuten dasselbe, nämlich „Gesalbter“. Gemeint sind damit die Könige und Hohepriester der damaligen Zeit. Das wissen wir aus dem Tanach, einer Art jüdischer Bibeltexte. Er ist unsere älteste Quelle für diesen Begriff. In der christlichen Literatur wird mit Gesalbter nur Jesus Christus gemeint, auf den in vielen alttestamentlichen Schriften hingewiesen wird. Man könnte also auch sagen: Seine Ankunft wurde prophezeit.

Diese Prophezeiungen stammen aus der Zeit von etwa 600 vor Christus, als die Schriftgelehrten anfingen, einen Heilsbringer anzukündigen. Der ursprünglichen Bedeutung des Wortes entsprechend, musste es sich dabei um eine von Gott zum Propheten ernannte und durch ihn gesandte Person handeln, da Gesalbte stets in irgendeiner Form von Gott berufen worden waren (im Gottesgnadentum versteht man zum Beispiel die Geburt eines Königs durch unmittelbar von Gott iniziiert. Deshalb durfte nur Gott Richter über sie sein).

In der hebräischen Bibel wird der Begriff Messias anders gedeutet, als in der christlichen. Mal nannte man bestimmte Personen so, ohne sie mit einer Funktion als „Retter“ zu verknüpfen, oder man sprach von einem Heilsbringer, nannte ihn aber nicht Messias. Sprach die Bibel von diesem Heilsbringer, so war man sich einig: Er würde Frieden bringen. Kriege gab es in der Antike schließlich auch reichlich. Da dieser Messias die Welt für alle Zeit verändern sollte, spricht man hier auch von einem endzeitlichen Heilsbringer (Heil bis zum Ende aller Zeiten).

Im Laufe der Zeit begannen die Juden allerdings damit, ihre Könige und Priester nicht mehr als Gesalbte zu bezeichnen (etwa ab 200 vor Christus). Man war langsam misstrauisch geworden, dass selbst schlimme Tyrannen offenbar von Gott geschickt worden sein sollten. Nur wer Gott „einzigartig und ohne Beeinträchtigung“ angehörte, konnte ein Gesalbter sein. Und auf wen mochte das zutreffen, wenn nicht auf seinen eigenen Sohn? Dennoch ging das Judentum von Anfang an immer davon aus, dass der Messias menschlich und nicht göttlich sein würde. Vielleicht wurde Jesus auch deshalb nicht als Heilsbringer betrachtet. Nach dem jüdischen Glauben ist er noch nicht gekommen. Deshalb feiert man dort auch nicht Christi Geburt als Weihnachten.

In der christlichen Lehre sieht das natürlich anders aus. In der christlichen Bibel finden sich zahllose Verweise auf den Messias. Er solle ein Sohn König Davids sein und aus Betlehem kommen. Er solle durch seinen Tod die Menschen auf alle Ewigkeit erlösen. Und so weiter. Auch bei Zeitgenossen mag Jesus also schon als Messias erkennbar gewesen sein. Tatsächlich gibt es einige Überlieferungen, in denen Jesus als Messias vermutet wurde. Er leugnete dies allerdings immer; lediglich beim letzten Verhör kurz vor seinem Tod soll er gestanden haben, der Messias zu sein. Einige sehen dies als Bestätigung; viele Zeitgenossen wandten sich allerdings nach seinem Tod von ihm ab. Gekreuzigt zu werden erschien ihnen nicht gerade göttlich.

Sogar der Koran kennt Jesus als Messias. Allerdings versteht man ihn hier nicht als Heilsbringer, sondern lediglich als einen Propheten, wie die ursprüngliche Wortbedeutung es ja auch hergibt.

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