Ich will Weihnachten

Interessantes und Besinnliches rund um die Weihnachtszeit

Der Heilige Nikolaus

Heute kennt man Sankt Nikolaus nur noch als bärtigen Mann mit rotem Mantel, der am 6. Dezember, dem Nikolaustag, die Stiefel der Kinder mit Süßigkeiten füllt oder unartige Kinder mit der Rute bestrafen lässt. Die Legende um den Heiligen Nikolaus, aus der schließlich einer der ersten Feiertage der Adventszeit wurde, hat ihren Ursprung im 4. Jahrhundert nach Christus.

Damals lebte Nikolaus von Myra, ein griechischer Bischof, im römischen Reich. Dass es ihn wirklich gab, ist wissenschaftlich belegt, doch gibt es über seine tatsächlichen Taten nur wenige Quellen. Schon mit 19 Jahren soll der in der heutigen Türkei geborene Heilige zum Priester geweiht worden sein. Während der Christenverfolgung wurde der damals als Abt tätige Priester gefangen genommen und gefoltert, konnte aber entkommen. Er war ein Kind reicher Eltern, verzichtete aber auf sein Erbe und verteilte den Reichtum stattdessen unter der armen Bevölkerung.

Der Heilige Nikolaus in traditioneller Darstellung

Der Heilige Nikolaus in traditioneller Darstellung

Legenden um den Heiligen Nikolaus

Es gibt eine ganze Reihe von Legenden über Wundertaten, die Nikolaus von Myra begangen haben soll. Belegen lassen sie sich nicht, doch haben sie ihren Eingang in die kirchliche Geschichte gefunden und wurden Quelle für viele Brauchtümer.

Das Stratelatenwunder

Eine der Legenden beschreibt, wie Nikolaus von Myra drei römische Feldherren zu sich einlädt. Der Bischof beweist seine Mildtätigkeit, indem er drei zum Tode verurteilte Männer begnadigen lässt – und zwar nicht einfach durch sein Wort, sondern indem er die Hand gegen den Scharfrichter erhebt und damit die Vollstreckung des Urteils in letzter Sekunde verhindert. Einige Zeit später reisen die Feldherren zurück nach Byzanz, wo sie auf Grund von Verleumdung gefangen genommen und zum Tode verurteilt werden. In ihrer Not flehen sie den Heiligen Nikolaus an, der daraufhin vor dem Kaiser erscheint und mit schweren Konsequenzen droht. Der ist vom Auftreten des Bischofs derartig eingeschüchtert, dass er die Feldherren umgehend frei lässt.

Die Ausstattung der drei Jungfrauen

Dass Nikolaus sehr mildtätig gewesen sein soll, beweist sich an folgender Legende: Ein armer Mann hatte drei Töchter, konnte sich aber keine Mitgift leisten und seine Töchter daher nicht verheiraten. Er wollte sie stattdessen zu Prostituierten machen, damit sie so für ihren Lebensunterhalt aufkommen konnten. Nikolaus erfuhr davon und warf in drei aufeinander folgenden Nächten jeweils einen Goldklumpen in das Schlafzimmer der Mädchen und sicherte so ihre Mitgift. Der Brauch von den Stiefeln, die am Nikolaustag gefüllt werden, kommt hierher.

Die Kornvermehrung

Einst herrschte eine große Hungersnot in Myra. Zufällig ergab es sich, dass im Hafen der Stadt ein Schiff vor Anker lag, das Korn für den Kaiser von Byzanz geladen hatte. Der Heilige Nikolaus begab sich zum Schiff und bat um einen Teil des Korns, doch die Seemänner weigerten sich. Nicht zuletzt, weil sie sicherlich Angst vor der Reaktion des Kaisers hatten. Der Bischof verspricht den Männern schließlich, dass ihnen für ihre Mildtätigkeit kein Schaden zugefügt wird, so dass sie sich schließlich bereit erklären, einen Teil des Korns herauszugeben. In Byzanz angekommen stellen sie dann verwunderter Weise fest, dass sich die Menge des Korns nicht im Geringsten verändert hat. Es konnte also die volle Menge an Getreide beim Kaiser abgeliefert werden. Das Korn aber, das die Seemänner dem Nikolaus gegeben hatten, soll für ganze zwei Jahre gereicht haben.

De Heimführung eines Kindes

Ein Mann will den Heiligen Nikolaus um seinen Segen bitten, denn schon seit Jahren wünscht er sich einen Sohn. Doch er kommt zu spät, der Bischof ist mittlerweile verstorben, so dass der Mann nur noch an der Bestattung des berühmten Mannes teilnehmen kann. Er nimmt ein Stück des Grabtuches dieses Mannes mit zu sich nach Hause. Genau ein Jahr nach dem Tod des Heiligen Nikolaus bekommt der Mann seinen ersehnten Sohn. Doch das Kind wird an seinem siebenten Geburtstag von Babyloniern entführt und muss dort ein Jahr als Sklave arbeiten. Exakt ein Jahr vergeht, bis das Kind am 6. Dezember von einem Wirbelwind erfasst wird. Es wird vom Wind genau vor der Kirche abgesetzt, in der die Eltern um seine Rückkehr beteten.

Weitere Wunder und Legenden

Der Heilige Nikolaus ist einer der wundertätigsten Heiligen der christlichen Kirche. Seine vielen Wundertaten können an dieser Stelle nicht erschöpfend beschrieben werden. Er ließ einen Seesturm verstummen und rette damit Seeleuten das Leben, bekehrte einen Juden, verhinderte die Schändung seiner Kirche durch die römische Göttin Diana rettete mehrere Kinder oder erweckte sie gar von den Toten und begnadigte einen Betrüger, der sich daraufhin taufen ließ.

Der moderne Nikolaus

Der moderne Nikolaus

Brauchtümer rund um den Heiligen Nikolaus

Das bekannteste Brauchtum um den Heiligen Nikolaus findet am 6. Dezember, dem Todestag des Bischofs statt. Dann stellen die Kinder ihre geputzten Schuhe vor die Tür. Waren sie das ganze Jahr über brav, werden sie mit Süßigkeiten belohnt. Waren sie frech, bestraft der Knecht des Bischofs sie mit der Rute. Ursprünglich war es auch üblich, dass der Nikolaus die Geschenke brachte. Erst mit der Reformation verlegte man dieses Ritual auf die Weihnachtstage – und nahm den Nikolaus als Weihnachtsmann gleich mit. In manchen Ländern werden Kinder aber immer noch am Nikolaustag beschenkt, und nicht an Weihnachten.

Ein recht interessanter Brauch stammt aus dem Mittelalter und wird heute nur noch selten praktiziert. Am Nikolaustag wurde in den Klosterschulen ein Kinderbischof gewählt. Dieser Bischof durfte die Erwachsenen tadeln und ihnen allerlei Aufgaben aufgeben. Häufig hielt dieses Amt bis zum Tag der Unschuldigen Kinder am 28. Dezember an. Dann kehrte wieder Ruhe ein.

In anderen Regionen gibt es weitere bräuche wie den Silvesterklaus oder das Heischebrauchtum. Der heutige Nikolaus hat mit der historischen Figur übrigens nicht mehr viel gemein. Der gut beleibte, gutmütige Mann mit der roten Kleidung mit Pelzbesatz, dem weißen Bart und dem Sack ist eine Erfindung des Coca-Cola Konzerns, die vor allem in Filmen, auf Märkten oder bei Feiern aufgegriffen wird. Auf öffentlichen oder kirchlichen Festen tritt aber oft auch noch der historische Nikolaus mit Bischofsmütze und Stab auf.

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