Ich will Weihnachten

Interessantes und Besinnliches rund um die Weihnachtszeit

Das Glöckeln

Das Glöckeln ist eine von vielen Traditionen, die während der Rauhnächte begangen werden. Es ist Teil der „Wilden Jagd“, die in der letzten Rauhnacht, am 5. Januar, stattfindet. Glöckler sind gute Geister, die in dieser Nacht die bösen Geister vertreiben sollen.

Vermutlich hat das Glöckeln seinen Ursprung in Österreich, wenngleich die Bezeichnung sich aus dem mittelhochdeutschen Wort für „Klopfen“ herleitet. Man geht davon aus, dass es sich beim Glöckeln daher ursprünglich um einen Einkehrbrauch handelte, bei dem man von Tür zu Tür zog.

Zum Glöckeln setzen die meist in einer Gruppe auftretenden Glöckler sich sogenannte „Kappen“ auf. Diese haben nicht zwangsläufig etwas mit einem Hut gemeinsam, sondern können auch die Form von Trommeln oder bebilderten Pyramiden haben. In der Neuzeit werden diese Kappen oft mit elektrischem Licht beleuchtet. Oft sind sie so groß, dass der Kopf des Trägers unter ihnen nicht mehr zu erkennen ist. Das Gewand der Glöckler ist weiß, möglicherweise damit man sie im Schnee nicht sehen kann. Darüber hinaus trägt jeder Glöckler eine Kuhglocke.

Das Glöckeln ist heute nach wie vor vor allem im Alpenraum, also Süddeutschland, Österreich und der Schweiz zu finden. Die Glöckler sind in Gruppen von 20 bis 30 Personen (auch Passen genannt) organisiert, wobei jeweils eine Person der Vorläufer ist. Der Rest der Gruppe folgt. In einigen Regionen beginnt das Glöckeln schon nachmittags damit, dass die Passen von Haus zu Haus zieht, wo die Männer mit Getränken und Speisen versorgt werden. Während dieser Wanderung soll das Klingen der Glocken die Geister vertreiben und die Früchte zum Wachsen anregen. Außerdem laufen die Glöckler in Schleifen oder Kreisen, zum Zeichen der Unendlichkeit.

Anschließend versammelt sich die Passe zum eigentlichen Glöckeln, wo die Männer wiederum in Schleifen durch das Dorf laufen. Oft werden dabei auch noch Lieder gesungen. Da das Laufen im Schnee sehr anstrengend ist, spielt auch während des Glöckelns die Einkehr in bestimmte Häuser eine wichtige Rolle. Die Häuser, die die Passe mit Speisen versorgt, wird durch einen extra Kreis geehrt.

In der NS-Zeit wurde das Glöckeln wie viele andere Bräuche auch von den Nationalsozialisten missbraucht. Der Brauch wurde nach Berlin geholt. Statt christlicher Motive wurden auf den Kappen dann allerdings NS-Symbole und Bilder von Adolf Hitler angebracht.

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